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Unerbetene Werbeanrufe

Worum geht es?

Grundsätzlich ist Telefonmarketing in der Schweiz erlaubt, um Waren oder Dienstleistungen anzubieten. So können am Telefon z.B. Wein oder Kosmetikprodukte verkauft, Verträge für einen Wechsel des Telefonanbieters abgeschlossen oder Termine für Versicherungsberatungen vereinbart werden. Wer keine Werbeanrufe erhalten möchte, kann sich im Telefonverzeichnis mit einem Stern (*) eintragen. Einen absoluten Schutz gegen jede Form von Telefonmarketing gibt es allerdings nicht.

Was sagt das Gesetz?

Artikel 3 Absatz 1 Buchstabe u des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) erklärt:

Art. 3 Abs. 1 lit. u UWG:

Unlauter handelt insbesondere, wer den Vermerk im Telefonbuch nicht beachtet, dass ein Kunde keine Werbemitteilungen von Dritten
erhalten möchte und dass seine Daten zu Zwecken der Direktwerbung nicht weitergegeben werden dürfen.

Broschüre

Unerbetene Werbeanrufe sind trotz strengeren Vorschriften nach wie vor sehr verbreitet und werden von den Betroffenen meist als lästig empfunden. Es gibt zwar keinen absoluten Schutz gegen unerwünschtes Telefonmarketing, doch einige Massnahmen können helfen, die Störungen auf ein Minimum zu reduzieren.

Broschüre zu Ruhe von unerbetenen Werbeanrufen

Fragen und Antworten

Ich habe im Telefonbuch einen Sterneintrag, weshalb werde ich trotzdem angerufen?

Werbeanrufe von Dritten auf Telefonnummern, die im Telefonbuch mit einem Stern (*) eingetragen sind, sind verboten. Hingegen dürfen Unternehmen, bei denen Sie Kunde sind, Sie zu Werbezwecken anrufen.
Ausserdem sind Werbeanrufe zulässig, wenn Sie dem Unternehmen Ihre Zustimmung gegeben haben. Dies kann z.B. im Rahmen eines Wettbewerbs geschehen sein. Wenn Sie trotz Sterneintrag angerufen werden, könnte es sich also um einen solchen Fall handeln, in dem es erlaubt ist, Sie trotz Sterneintrag anzurufen.
Es kommt aber auch vor, dass sich Callcenter über den Sterneintrag hinwegsetzen und Werbeanrufe tätigen, die eigentlich verboten wären.

Meine Telefonnummer ist nicht im Telefonbuch eingetragen und hat deshalb keinen Sterneintrag, was gilt hier?

Werbeanrufe auf Telefonnummern, die nicht im Telefonverzeichnis eingetragen sind, sind vom Gesetz nicht verboten. Wenn Sie ihre Telefonnummer nicht im öffentlich zugänglichen Telefonbuch eintragen wollen, gibt es die Möglichkeit,
sich in eine Liste des SDV (SDV Schweizer Dialogmarketing Verband, Postfach 616, 8501 Frauenfeld) mit dem Vermerk "wünscht keine Werbung" eintragen lassen.

Woher haben die Telefonmarketingunternehmen meine Nummer?

Telefonmarketingunternehmen können Telefonnummern von verschiedenen Quellen beziehen:

  • Sie können Nummern aus dem Telefonverzeichnis verwenden.
  • Sie können die Angaben verwerten, die Sie Ihnen zum Beispiel bei einem früheren Kauf oder bei der Teilnahme an einem Wettbewerb angegeben haben. 
  • Sie können spezialisierten Unternehmen Teilnehmerlisten abkaufen, die bestimmten Kriterien entsprechen. Diese Unternehmen, sog. Adressenhändler, sammeln Daten, indem sie Wettbewerbe durchführen oder anderen Unternehmen ganze Datenbanken abkaufen.
  • Sie verfügen über Maschinen, die Nummern nach dem Zufallsprinzip wählen.

Was kann ich tun, wenn ich keine Werbeanrufe erhalten möchte?

  • Für jeden Telefonanschluss kann angegeben werden, ob Werbeanrufe erwünscht sind oder nicht. Dazu genügt es, wenn Sie Ihre Telefonanbieterin auffordern, Ihren Eintrag im Telefonverzeichnis mit einem Stern (*) zu versehen.
  • Falls Sie nicht im Telefonverzeichnis eingetragen sind, können Sie Ihre Telefonnummer dennoch mit dem Vermerk "wünscht keine Werbung" in eine Liste des SDV (SDV Schweizer Dialogmarketing Verband, Postfach 616, 8501 Frauenfeld) eintragen lassen.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Sie bei einem Verkauf oder bei einer Wettbewerbsteilnahme Ihre Telefonnummern angeben. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen enthalten in der Regel eine Klausel, welche das Unternehmen berechtigt, Ihre Angaben für Werbezwecke zu verwenden, an Geschäftspartner weiterzugeben oder sogar spezialisierten Unternehmen zu verkaufen.

Kann ich Werbeanrufe blockieren?

Je nach Telefongerät oder Anbieterin haben Sie die Möglichkeit, Anrufe mit unterdrückter Rufnummer zu sperren oder diejenigen Nummern, von denen Sie keine Anrufe erhalten möchten, in einer Sperrliste zu erfassen. Erkundigen Sie sich hierzu am besten bei Ihrer Anbieterin.

Was kann ich tun, wenn ich trotz Sterneintrag Werbeanrufe erhalte?

  • Verlangen Sie von dem Unternehmen, welches Sie anruft, Ihren Namen von dessen Liste zu streichen.
  • Lassen Sie sich nicht gegen Ihren Willen ein Gespräch aufzwingen. Sagen Sie freundlich und bestimmt "Nein" zu Werbeanrufern und beenden Sie das Gespräch, wenn Sie nicht telefonieren möchten. Weisen Sie den Anrufer darauf hin, dass solche Anrufe verboten sind.
  • Wenn ein Unternehmen Sie anruft, obwohl Sie einen Sterneintrag (*) haben, kann dies unlauterer Wettbewerb sein und sie können sich beim SECO beschweren (Link: Beschwerde wegen Werbeanrufs trotz Sterneneintrag melden) Beschwerden über Werbeanrufe trotz Sterneintrag können so vom SECO gebündelt werden und müssen nicht einzeln zur Anzeige gebracht werden.
  • Es steht Ihnen auch frei, selber bei der Polizei Strafantrag wegen unlauteren Wettbewerbs zu stellen.

Was kann das SECO tun?

  • Das SECO kann auf Grund von Beschwerden, die bei ihm eingehen, Strafantrag bei der zuständigen kantonalen Staatsanwaltschaft stellen
  • Diese leitet in der Folge ein Strafverfahren gegen Firmen und Personen ein, welche den Sterneintrag im Telefonbuch nicht beachten.

Das Interventionsrecht des SECO ist an die Verletzung von Kollektivinteressen geknüpft, was eine grössere Anzahl betroffener Personen voraussetzt.

Was hat das SECO bisher getan?

Liste von Telefonnummern, welche von Fernmeldedienstanbieterinnen entzogen wurden und Telefonummern, die Gegenstand von Strafklagen sind.

Was kann das SECO nicht tun?

  • Das SECO hat keine rechtlichen Kompetenzen, eine Telefonnummer zu blockieren oder zu sperren.
  • Das SECO hat kein Recht, den Inhaber einer Telefonnummer beim Dienst für die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs in Erfahrung zu bringen.